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Gefälschtes K-Pop-Merch und nicht autorisierter Handel: Freud und Leid der Fans

K-Pop boomt im Ausland, und mit ihm Fälschungen und Graumarkt. Wie der illegale Handel mit K-Pop-Merch funktioniert und wie Sie IP und Verbraucher schützen.

Irene Lee4 Min. Lesezeit
Auf dieser Seite3
  1. Ohne Erlaubnis hergestelltes Idol-Merch: Fälschungsverkäufe und Beispiele
  2. Gesunde Konsumkultur und Markenschutz: Fälschungen und nicht autorisierten Handel erkennen
  3. Fälschungen und nicht autorisierten Handel stoppen: So schützen Sie die Urheberrechte der Künstler und ihre Marken

In der Bercy-Arena in Paris, wo bei den Olympischen Spielen 2024 die Qualifikation im Frauenturnen stattfand, liefen nacheinander „S-Class“, „MANIAC“ und „LALALALA“ der koreanischen Boygroup Stray Kids. Mit der weltweiten Verbreitung koreanischer Kultur ist es nichts Ungewöhnliches mehr, bei Olympia K-Pop zu hören. Auch in Trainingszeiten, die nicht übertragen werden, läuft oft K-Pop.

Letztes Jahr überstieg der Auslandsumsatz von K-Pop erstmals 1 Billion Won. Laut der Analyse „Trends im Auslandsumsatz von K-Pop in Daten“ des Korea Culture & Tourism Institute (KCTI) erreichte der Auslandsumsatz von K-Pop 2023 1.237,7 Mrd. Won, 34,3 % mehr als im Vorjahr. Der Umsatz setzt sich aus dem Export von Tonträgern, ausländischen Streamingdiensten und Konzerten im Ausland zusammen. Nach Bereichen hatten Konzerte im Ausland mit 47,5 % den größten Anteil, gefolgt vom Export von Tonträgern (31,4 %) und Streamingdiensten (21,0 %). (Quelle: Digital Times)

Mit der wachsenden Beliebtheit von K-Pop im Ausland nehmen auch die Versuche zu, daraus Kapital zu schlagen. Immer häufiger werden Fotos von Künstlern sowie Logos und Figuren von Idol-Gruppen ohne Erlaubnis genutzt, um Fälschungen herzustellen oder zu verkaufen. In diesem Beitrag zeigen wir, wie Fälschungen und illegaler Vertrieb von K-Pop-Merchandise ablaufen.

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Ohne Erlaubnis hergestelltes Idol-Merch: Fälschungsverkäufe und Beispiele

Viele Idols wie NewJeans, IVE und TWICE sind nicht nur in Korea, sondern auch im Ausland aktiv und stärken das Ansehen von K-Pop. Weil K-Pop vor allem Teenager und Twens anspricht, nehmen illegale Aktivitäten stark zu, die auf diese Zielgruppe und auf Touristen aus dem Ausland abzielen.

Nach anhaltenden Debatten über Fälschungen im C-Commerce führte der Zoll in Incheon ab April dieses Jahres 8 Wochen lang Sonderkontrollen durch. Wer auf AliExpress nach K-Pop-Idols wie NewJeans oder IVE sucht, stößt bis heute auf Werbebanner für Merchandise – und auf Fälschungen.

Gefälschtes und nicht autorisiertes K-Pop-Merchandise im C-Commerce

Unter den vom Zoll in Incheon beschlagnahmten Waren war viel Merchandise mit Fotos von K-Pop-Idols, meist Fälschungen mit chinesischen Etiketten. Von den aufgedeckten Fälschungen entfielen 23 % auf Accessoires wie Schlüsselanhänger, 22,7 % auf Schreibwaren und Spielzeug, 8,7 % auf Trinkflaschen und Geschirr und 6,2 % auf Parfüms und Diffuser. (Quelle: Yonhap News) Viele Artikel wie Fotokarten, Anhänger, Schlüsselanhänger und T-Shirts werden aus China importiert und auf Online-Marktplätzen zu Tiefstpreisen oder über Social Media und in Läden verkauft. Bei keiner dieser Fälschungen wurden Persönlichkeits- und Urheberrechte mit den Agenturen der Künstler geklärt.

Das Problem beschränkt sich nicht auf den Online-Handel. Auch in Myeongdong, wo sich Touristen aus dem Ausland und Schüler drängen, werden K-Pop-Fälschungen offen verkauft. Merchandise wie Fotokarten, Schlüsselanhänger und Poster von K-Pop-Idols wie BTS und NewJeans wird in Geschäften angeboten, und häufig werden auch Fälschungen bekannter Figuren aufgedeckt.

Gefälschtes K-Pop-Merchandise und gefälschte Produkte mit bekannten Figuren sind oft Schreibwaren oder Bettwäsche, die Kinder und Jugendliche leicht kaufen, und haben häufig weder KC-Zertifizierung noch Sicherheitsprüfung durchlaufen. Weil die wichtigsten Käufer – Kinder und Schüler – Schadstoffen ausgesetzt sein können, wachsen die Sorgen um Gesundheit und Sicherheit, und der Kauf von Fälschungen kann Vertrauen und Markenwert von Künstlern und Agenturen beschädigen.

Gesunde Konsumkultur und Markenschutz: Fälschungen und nicht autorisierten Handel erkennen

Der US-Musikmarktanalyst Luminate bezeichnete K-Pop-Merchandise in seinem Jahresbericht 2023 als „Big Business“. Laut dem Bericht geben K-Pop-Fans der Generation Z in den USA im Schnitt 24 US-Dollar (rund 30.000 Won) pro Monat für Künstlerprodukte aus, rund 8 US-Dollar mehr als J-Pop-Fans und 2,4-mal so viel wie Fans anderer Künstler in den USA. (Quelle: Hankyung)

Beispiel für K-Pop-Merchandise im Online-Handel

K-Pop-Fans kaufen auch dann gern Merchandise, wenn sie Konzerte nicht selbst besuchen können, und wünschen sich nach eigenen Angaben mehr Auswahl. K-Pop-Fans in den USA bilden wie koreanische Fans eine engagierte Fangemeinde, die die Beziehung zu den Künstlern pflegen will. Laut der globalen Statistikplattform Statista gaben 2023 27 % der US-Amerikaner an, Produkte rund um K-Pop und K-Dramen kaufen zu wollen – ein Zeichen, dass die Hallyu-Welle anhält.

Beispiel für ein Abo mit koreanischem Merchandise und Snacks in den USA

Diese Kauflust reicht über Idol-Merchandise hinaus bis zu Kooperationsprodukten mit anderen Marken und zeigt sich in vielen Geschäftsmodellen. Ein Beispiel sind Abodienste, bei denen man wie bei Netflix regelmäßig Produkte rund um Idols und koreanische Kultur erhält. Sie sind günstiger als der Einzelkauf mehrerer Produkte, bieten viel Abwechslung und sind sehr beliebt.

Herstellung und Vertrieb von Fan-Kreationen, die offizielle Fotos der Agenturen der Künstler nutzen, verletzen jedoch die Persönlichkeits- und Urheberrechte der Künstler. Vor allem ist es verboten, damit Geld zu verdienen. Zudem können Fälschungen mancher Produkte wie Puppen, Schlüsselanhänger oder Trinkflaschen, die Künstlern ähneln, die Gesundheit von Verbrauchern direkt gefährden, wenn sie aus Materialien unklarer Herkunft bestehen. Deshalb ist es wichtig zu prüfen, ob es sich um einen offiziellen Vertriebskanal in Partnerschaft mit dem Rechteinhaber handelt. Rechteinhaber und Agenturen müssen den Markt kontinuierlich überwachen, um Originalprodukte und die Werte, für die sie stehen, zu bewahren und Verbraucher zu schützen.

Fälschungen und nicht autorisierten Handel stoppen: So schützen Sie die Urheberrechte der Künstler und ihre Marken

Koreanische Agenturen wissen, dass im C-Commerce und auf anderen Online-Marktplätzen K-Pop-Fälschungen verkauft werden, die geistiges Eigentum verletzen. Weil aber täglich neue Fälschungen und nicht autorisierte Verkäufer hinzukommen, ist die Überwachung schwierig. Für ihre globalen Fans betreiben koreanische Agenturen offizielle eigene Shops mit Versand ins Ausland. Bekannte Beispiele sind „Weverse“ und „SM Store“. Wo ein eigener Betrieb schwierig ist, betreiben Agenturen globale Merchandise-Kanäle in Kooperation mit anderen Online-Plattformen. Fans vermeiden Fälschungen nur, wenn sie über offizielle Shops kaufen.

Fans halten Fälschungen manchmal für limitiertes Merchandise eines bestimmten Landes, das in Korea nicht verkauft wird, was beim Kauf für Verwirrung sorgt. Bei Merchandise, dessen Echtheit Verbraucher nicht selbst prüfen können, wenden Sie sich am besten direkt an die Agentur des Künstlers, lassen die Echtheit prüfen und kaufen Fälschungen nicht. Das ist etwas mühsam, aber nötig, um das geistige Eigentum der Künstler und der offiziellen Produkte zu schützen.

MarqVision betreibt ein Meldeprogramm für Kunden gegen Fälschungen. Als Teil der Kampagne No More Fake können Verbraucher, die eine Marke lieben, Fälschungen sofort an die Marke melden. Über eine eigene Meldeseite der Marke geht das ganz einfach und ohne Anmeldung, und auch die Überwachung läuft schnell. Schützen Sie jetzt die kreativen Ideen und Werte Ihrer Marke.

Meldeprogramm für Kunden gegen Fälschungen anfragen

Geschrieben von

Irene Lee