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Graumarkt bei K-Food und Alltagsprodukten: ein direkter Schaden für Gesundheit und Markenimage

Choco Pie, Soju, Ramen, Nahrungsergänzungsmittel: reale Fälle von Fälschungen und Graumarkthandel mit koreanischen Produkten – und wie Marken sich schützen.

Irene Lee4 Min. Lesezeit
Auf dieser Seite3
  1. Der K-Food-Boom in Südostasien
  2. Nahrungsergänzungsmittel und Alltagsprodukte, die für Gesundheit und Hygiene sorgen
  3. Markenschutzstrategien gegen Fälschungen und Graumarkt

Koreanische Produkte mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis sind weltweit beliebt. Seit E-Commerce und Social Media die Grenzen aufgehoben haben, wächst diese Beliebtheit weiter. Doch es gibt auch immer mehr Fälle von Graumarkthandel, die sie ausnutzen. Graumarkthandel bedeutet, dass Personen ohne Genehmigung Produkte unklarer Herkunft vertreiben. Das können Fälschungen sein oder Originalware, die ohne Erlaubnis verkauft wird. In diesem Beitrag zeigen wir ausführlich, mit welchen Strategien Sie gegen Fälschungen und Graumarkthandel vorgehen und Verbraucher und Marken schützen.

Der K-Food-Boom in Südostasien

In Korea beliebte Produkte sind auch im Ausland stark gefragt, vor allem K-Food in Südostasien. Das ruft jedoch viele Fälschungen und Nachahmungen auf den Plan.

Choca-Pai, eine Fälschung von Choco Pie (Quelle: Hankook Ilbo)

Choco Pie oder Choca-Pai? Fälschungen, die sich nur in einem Buchstaben unterscheiden

In Vietnam ist Choco Pie so beliebt, dass es sogar auf dem Ahnenaltar steht. Choco Pie hat sich dort als Snack etabliert, der für koreanische Kultur steht. Doch in den Großhandelsstraßen findet man leicht Fälschungen wie „Choca-Pai“ statt „Choco-Pie“. Diese Fälschungen kommen in einer roten Schachtel und einem Design daher, die an die koreanische Marke Choco Pie erinnern, und auch die englische Schreibweise ist leicht abgewandelt, sodass Verbraucher sie leicht verwechseln. Weitere Beispiele: Das koreanische Unternehmen Orion wird zu „Oreon“, Choco Pie zu „Chooco-Pie“ oder „Chocoo-Pie“ – es gibt zahlreiche weitere Fälle dieser Art. Vor allem Fälscher in Südostasien verändern Markennamen leicht, um IP-Problemen aus dem Weg zu gehen. Das gefährdet die Gesundheit der Verbraucher und beschädigt das Premiumimage koreanischer Marken.

Soju: Fälschungen mit ähnlicher grüner Flasche und ähnlichem Etikett

In Vietnam ist koreanischer Soju wie Chamisul sehr beliebt. Cocktails mit Frucht-Soju sind dort im Trend, und selbst US-Touristen trinken gern Soju. Koreanische Serien haben Soju bekannt gemacht, und getrunken wird er vor allem von den 20- bis 39-Jährigen. Diese Beliebtheit hat gefälschten Soju hervorgebracht. Er kostet 30 % weniger als das Original und gleicht ihm äußerlich fast vollständig, von der grünen Flasche über die Farbe bis zum Etikettdesign. Selbst die Geschmacksrichtungen Erdbeere, Grapefruit, Pfirsich und Traube und der Alkoholgehalt von 13 % sind dem Original nachgemacht, was Verbraucher verwirrt. Geschmack und Qualität dieser Fälschungen sind schlechter, und das schadet dem Image koreanischer Soju-Marken.

Ramen: Fälschungen, die auf den ersten Blick wie das Original aussehen

Buldak Bokkeummyeon ist eine der bekanntesten Erfolgsgeschichten koreanischer Ramen-Marken und weltweit sehr beliebt. Vor allem Buldak Bokkeummyeon Rosé, das Cardi B liebt, wurde auf Social Media zum Gesprächsthema und noch beliebter. Doch es tauchen auch viele gefälschte Ramen auf, die diese Beliebtheit ausnutzen.

Fälschungen in Japan und Thailand (Quelle: Maeil Business links / KPI News rechts)

In einem Convenience Store in Bangkok (Thailand) wird ein Produkt mit der koreanischen Aufschrift „Koreanischer Buldak-Geschmack“ verkauft, eine Fälschung eines thailändischen Herstellers. Es nutzt ähnliche Illustrationen und Farben wie „Buldak Bokkeummyeon“ von Samyang Foods, sodass Verbraucher es für das Original halten. Auch der japanische Ramen-Hersteller Nissin sorgte mit einem Produkt, das das Design von Samyang Foods nachahmte, für eine Kontroverse. Solche Fälschungen werden günstiger als das Original verkauft und beschädigen das Premiumimage koreanischer Ramen-Marken.

Wie bei Choco Pie und Soju werden Produkte deutlich günstiger angeboten als offiziell importierte Ware, was das Premiumimage koreanischer Marken beschädigt und Verbraucher Risiken aussetzt. Darüber hinaus werden viele weitere Fälschungen hergestellt. Gegen Produkte von Snacks bis Obst vorzugehen, die fälschlich als koreanisch gekennzeichnet verkauft werden, und Marken zu schützen, ist dringender denn je.

Schon Herstellung und Verkauf von Fälschungen bereiten Unternehmen Kopfzerbrechen, doch auch rechtliche Mittel für den Online-Markenschutz sind begrenzt. Wer etwa eine Fälschung von Buldak Bokkeummyeon von Samyang Foods rechtlich verfolgen will, stößt darauf, dass „Buldak“ eine Speisebezeichnung ist. Gegen die Aufschrift „Koreanischer Buldak-Geschmack“ lässt sich daher kaum mit Markenrechten vorgehen. (Quelle: KPI News) Zum Schutz ihrer Marke versehen Hersteller ihre offiziellen Exportprodukte deshalb mit Unterscheidungsmerkmalen wie der koreanischen Flagge, der Aufschrift „Korea“ und QR-Codes, damit Verbraucher koreanische Originalware von Fälschungen unterscheiden können.

Nahrungsergänzungsmittel und Alltagsprodukte, die für Gesundheit und Hygiene sorgen

Auch Nahrungsergänzungsmittel und Güter des täglichen Bedarfs sind von Graumarkthandel und Fälschungen betroffen. Erfahren Sie, wie Marken sich in den einzelnen Kategorien schützen.

Nahrungsergänzungsmittel: Verkauf von Fälschungen

Nahrungsergänzungsmittel umfassen viele Produkte, von Vitaminpräparaten bis zu Rotem Ginseng. Seit diesem Jahr erlaubt die Regierung für ein Jahr den Weiterverkauf von Nahrungsergänzungsmitteln unter Privatpersonen, doch es gibt Sorgen über unerwünschte Folgen wie Qualitätsprobleme und ein gebremstes Marktwachstum. Bei Nahrungsergänzungsmitteln gibt es viele Fälschungen, deren Rohstoffanteile verändert wurden oder die Rohstoffe enthalten, die in Lebensmitteln nicht zulässig sind.

Zu den großen Feiertagen steigt die Nachfrage nach Geschenken, und es tauchen viele Fälschungen ohne die Aufschrift „Nahrungsergänzungsmittel“ oder das Prüfsiegel auf der Verpackung auf. Das koreanische Ministerium für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit (MFDS) bewertet Nahrungsergänzungsmittel im Handel mit wissenschaftlichen Verfahren und Prüfmethoden, um Fälschungen zu verhindern. Produkte, die das Verfahren durchlaufen haben, tragen die Aufschrift oder das Siegel als Nachweis, dass sie die Bewertung von Funktion und Sicherheit bestanden haben. Verbraucher sollten auf die Aufschrift „Nahrungsergänzungsmittel“ oder das Siegel achten und sich vor falscher oder übertriebener Werbung hüten. Beim Direktkauf ausländischer Produkte ist besondere Vorsicht geboten, da die Sicherheit oft nicht gewährleistet ist.

Alltagsprodukte: Graumarkthandel

Bei Gütern des täglichen Bedarfs ist das Problem des Graumarkts (nicht autorisierter Handel) besonders ernst. Verbraucher vergleichen viele Plattformen, um regelmäßig genutzte Produkte möglichst günstig zu kaufen. Deshalb werden auf offenen Marktplätzen oft Produkte unklarer Herkunft von inoffiziellen Verkäufern angeboten. Diese Verkäufer nutzen die Produktbilder der Marke unverändert und verwirren so die Verbraucher. Zudem verkaufen Personen ohne Genehmigung Güter des täglichen Bedarfs, etwa indem sie in Rabattzeiträumen große Mengen kaufen und auf Online-Marktplätzen weiterverkaufen. Das kann dem Markenwert stark schaden. Verbraucher wiederum kaufen Produkte unklarer Herkunft, von denen sie nicht wissen, wann sie eingekauft wurden – das kann ihre Erfahrung mit dem Produkt trüben. Um Marke und Verbraucher zu schützen, sollten Marken Großeinkäufe zum Weiterverkauf überwachen und die Verkaufskanäle auf vielen Plattformen laufend im Blick behalten.

Markenschutzstrategien gegen Fälschungen und Graumarkt

Marken versuchen auf vielen Wegen, Fälschungen und Graumarkthandel zu verhindern. Lebensmittelhersteller überarbeiten etwa ihre Verpackungen oder fügen Prüfsiegel hinzu, und bei Nahrungsergänzungsmitteln wird Verbrauchern die App „Naesonan“ empfohlen, mit der sich Prüfsiegel und Aufschriften prüfen lassen. Informationen zur App und den Download-Link finden Sie hier.

Ideal wäre es, wenn Verbraucher Original und Fälschung selbst unterscheiden und danach entscheiden könnten, doch das fällt ihnen schwer. Über Meldungen von Verbrauchern erfahren Marken von Vertriebskanälen für Fälschungen, die ihnen bisher unbekannt waren, und können schnell reagieren. So gewinnen Marken die Kontrolle über ihre Online-Vertriebskanäle zurück.

Ab August startet MarqVision die Kampagne „No More Fake“ gegen Fälschungen und betreibt ein Meldeprogramm, über das Marken und Verbraucher reibungslos zu Fälschungen kommunizieren können. Festigen Sie mit der Kampagne „No More Fake“ das Vertrauen Ihrer Kunden und senden Sie kriminellen Verkäufern eine klare Botschaft: Fälschungen werden gemeldet und konsequent bekämpft.

Prüfen Sie vor der Kampagne kostenlos, wie es um IP-Verletzungen Ihrer Marke steht.

Geschrieben von

Irene Lee