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Glossar

Glossar: die wichtigsten Begriffe im Markenschutz

Willkommen in unserem Glossar der wichtigsten Begriffe im Markenschutz. Hier finden Sie klare Definitionen und praktische Beispiele zu den zentralen Konzepten rund um geistiges Eigentum und den Ruf von Marken.

41 Begriffe aus den Bereichen Geistiges Eigentum, Markenschutz, Graumarkt.

A

Abmahnung

Geistiges Eigentum

Eine Abmahnung ist eine förmliche Aufforderung an eine Person oder Organisation, eine rechtswidrige oder rechtsverletzende Handlung einzustellen. Sie ist oft der erste Schritt vor einem Gerichtsverfahren.

Beispiel

Ein Modeunternehmen schickt einem Händler, der gefälschte Handtaschen verkauft, eine Abmahnung und kündigt weitere rechtliche Schritte an, falls die Verkäufe nicht aufhören.

Ausstattungsschutz (Trade Dress)

Geistiges Eigentum

Das visuelle Erscheinungsbild eines Produkts oder seiner Verpackung, das Verbrauchern die Herkunft des Produkts signalisiert – etwa Form, Farbe und Design. Trade Dress ist über das Markenrecht geschützt, um Verwechslungen über die Herkunft von Produkten zu verhindern. Geschützt ist das Gesamtbild eines Produkts, damit Wettbewerber Aussehen und Anmutung nicht nachahmen können, um Kunden zu täuschen.

Beispiel

Coca-Cola hat die Form seiner Glasflaschen bekanntlich über Trade Dress geschützt. Dafür musste Coca-Cola nachweisen, dass die Flasche von sich aus unterscheidungskräftig genug ist, um Schutz zu verdienen, und dass sie „voraussichtlich in erster Linie als Herkunftshinweis für das Produkt dient“. Zusammen mit dem Markenschutz für Marken- und Produktnamen hat Coca-Cola damit einen lückenlosen IP-Schutz für sein wichtigstes Produkt.

Automatisierte Löschanträge

Markenschutz

Automatisierte Löschanträge nutzen Technologie, um Löschanträge zu verschicken und IP-Rechte auf mehreren Plattformen gleichzeitig durchzusetzen – schneller und schlanker.

Beispiel

Ein Software-Tool erstellt automatisch Löschanträge und reicht sie bei Marktplätzen ein, auf denen Fälschungsangebote stehen.

B

Bilderkennung für Fälschungen

Markenschutz

Bilderkennung identifiziert Fälschungen, indem sie Produktbilder mit dem echten Erscheinungsbild der Marke vergleicht und Abweichungen bei Logos, Verpackung oder Produktdesign erkennt.

Beispiel

Ein Online-Marktplatz setzt Bilderkennung ein, um gefälschte Sneaker mit falsch geformten Logos und abweichenden Nähten automatisch zu markieren.

Brand Hijacking

Markenschutz

Brand Hijacking liegt vor, wenn Unbefugte die Identität einer Marke online oder offline übernehmen oder missbrauchen, oft um Verbraucher zu täuschen oder auf betrügerische Produkte und Dienstleistungen umzuleiten. Das kann dem Ruf schaden, Kunden verwirren und Vertrauen zerstören.

Beispiel

Ein betrügerischer Verkäufer eröffnet einen Fake-Shop mit Logo und Bildern einer bekannten Modemarke und bringt Kunden dazu zu glauben, sie kauften Originalware.

C

Cybersquatting

Markenschutz

Das Registrieren, Handeln oder Nutzen einer Domain in der bösen Absicht, von der Marke eines anderen zu profitieren. Cybersquatter versuchen oft, die Domain dem rechtmäßigen Inhaber zu überhöhten Preisen zu verkaufen oder Verbraucher damit zu täuschen. Rechtliche Mittel wie die Uniform Domain-Name Dispute-Resolution Policy (UDRP) helfen, solche Domains zurückzuholen.

Beispiel

Jemand registriert die Domain „stellarfootwear.com“, nachdem er von einer neuen Schuhmarke namens Stellar Footwear erfahren hat, in der Hoffnung, sie dem Markeninhaber teuer weiterzuverkaufen.

D

Digitale Piraterie

Markenschutz

Das unerlaubte Kopieren, Verbreiten oder Nutzen digitaler Inhalte wie Software, Musik oder Filme. Digitale Piraterie verletzt das Urheberrecht und kann Kreativen und Rechteinhabern erhebliche Umsatzverluste bescheren. Gegen Piraterie helfen rechtliche Schritte und technische Maßnahmen wie digitales Rechtemanagement, die die Integrität der Inhalte schützen.

Beispiel

Eine Website bietet die neueste Version eines beliebten Videospiels ohne Erlaubnis des Entwicklers kostenlos zum Download an – dem rechtmäßigen Publisher entgehen dadurch Verkäufe.

Durchsetzung durch den Zoll

Geistiges Eigentum

Gemeint sind Maßnahmen der Grenzbehörden, um gefälschte oder rechtsverletzende Waren bei der Einfuhr zu erkennen und zu beschlagnahmen. Marken arbeiten oft mit dem Zoll zusammen, um ihre IP-Rechte international zu schützen.

Beispiel

Zollbeamte stoppen in einem Hafen eine Lieferung gefälschter Sneaker und verhindern so, dass Tausende gefälschte Paare in den Handel kommen.

F

Fälschungsanteil (Saturation Rate)

Markenschutz

Der Fälschungsanteil misst, wie viel einer Produktkategorie oder Markenpräsenz noch Fälschungen, Markenmissbrauch oder anderen IP-Bedrohungen ausgesetzt ist. Er zeigt das große Bild: Wie viel des gesamten Markts ist noch gefährdet? Wer den Fälschungsanteil über die Zeit verfolgt, sieht klarer, wie wirksam die Durchsetzung ist, und kann Ressourcen dort bündeln, wo der Bedarf am größten ist.

Beispiel

Eine Luxus-Hautpflegemarke überwacht mit dem Fälschungsanteil das Fälschungsrisiko auf Online-Marktplätzen. Als der Wert für ihr meistverkauftes Serum sprunghaft steigt, konzentriert sie ihre Durchsetzung auf dieses Produkt.

G

Gefälschte Bewertungen / Bewertungsmanipulation

Markenschutz

Gefälschte Bewertungen sind erfundenes Kundenfeedback, das meist gepostet wird, um den Ruf einer Marke künstlich zu verbessern oder zu verschlechtern. Bewertungsmanipulation untergräbt Vertrauen und kann Verbraucher zu schlechten Kaufentscheidungen verleiten.

Beispiel

Ein Wettbewerber bezahlt Leute dafür, Dutzende negative Bewertungen auf der Produktseite eines Konkurrenten zu posten. Die Bewertungen sinken, die Verkäufe gehen zurück.

Gefälschte Waren

Markenschutz

Nachgemachte Produkte, die illegal und ohne Genehmigung unter dem Markennamen eines anderen verkauft werden. Gefälschte Waren sind oft minderwertig und können für Verbraucher ein Sicherheitsrisiko sein. Die Flut gefälschter Produkte schadet seriösen Unternehmen, untergräbt das Vertrauen in Marken und kann zu erheblichen finanziellen Verlusten und rechtlichen Problemen führen.

Beispiel

An einem Marktstand werden Uhren verkauft, die genauso aussehen wie das Erkennungsmodell einer Luxusmarke, aber billig nachgemacht sind und ohne Erlaubnis dasselbe Logo tragen.

Geistiges Eigentum (IP)

Geistiges Eigentum

Geistiges Eigentum, kurz IP (Intellectual Property), bezeichnet Schöpfungen des menschlichen Geistes. Dazu gehören Erfindungen, literarische und künstlerische Werke, Designs, Symbole, Namen, Bilder und mehr. IP-Rechte geben Kreativen, Erfindern, Künstlern und anderen Inhabern exklusive Rechte, ihre Schöpfungen zu nutzen, herzustellen und davon zu profitieren – so können sie aus ihrer Arbeit Nutzen ziehen.

Marken, Urheberrecht und Patente sind die wichtigsten Formen geistigen Eigentums, daneben gibt es aber auch Ausstattungsschutz (Trade Dress), Geschäftsgeheimnisse und weitere Formen.

Beispiel

Ein Erfinder entwickelt eine neuartige Fahrradbremse, meldet ein Patent für die Konstruktion an, lässt den Produktnamen als Marke eintragen und sichert sich das Urheberrecht an der Bedienungsanleitung. Mit diesen IP-Rechten kann er bestimmen, wer die Bremse herstellt und verkauft und wie die Texte vervielfältigt werden.

Geschäftsgeheimnis

Geistiges Eigentum

Vertrauliche Geschäftsinformationen, die einem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und vor Offenlegung oder unerlaubter Nutzung geschützt sind. Geschäftsgeheimnisse können Rezepturen, Praktiken, Verfahren, Konstruktionen, Instrumente oder Muster sein. Entscheidend ist, die Geheimhaltung durch Vertraulichkeitsvereinbarungen und Sicherheitsmaßnahmen zu wahren, denn eine unerlaubte Nutzung gilt als unlauterer Wettbewerb und lässt sich rechtlich angreifen.

Beispiel

Ein Süßwarenhersteller bewahrt sein besonderes Karamellrezept in einem verschlossenen Tresor auf und teilt es nur mit zwei vertrauenswürdigen Mitarbeitenden. So können andere Konditoren den einzigartigen Geschmack nicht nachmachen.

Graumarktware

Graumarkt

Echte Markenprodukte, die über nicht autorisierte Kanäle verkauft werden und dabei oft die autorisierten Vertriebsnetze umgehen. Graumarktware ist zwar nicht illegal, kann aber Preise, Kundenservice und den Ruf der Marke beeinträchtigen. Marken verlieren womöglich die Kontrolle über Produktqualität und Garantien, was zu unzufriedenen Kunden führt.

Beispiel

Ein Händler kauft echte Smartphones bei einem ausländischen Distributor und verkauft sie ohne Zustimmung des Markeninhabers im Inland weiter – ohne offizielle Garantie oder Support und unter dem Preis, den die Richtlinie zum Mindestwerbepreis (MAP) vorgibt.

H

Haftungsprivileg (Safe Harbor)

Geistiges Eigentum

Safe-Harbor-Regeln schützen Online-Plattformen vor der Haftung für Inhalte ihrer Nutzer, solange sie Löschanträge im Notice-and-Takedown-Verfahren und andere rechtliche Pflichten erfüllen.

Beispiel

Eine E-Commerce-Plattform haftet nicht für Fälschungen, die Dritte über sie verkaufen, weil sie nachweist, dass sie die Safe-Harbor-Regeln einhält und rechtsverletzende Angebote umgehend entfernt.

I

Identitätsmissbrauch in sozialen Medien

Markenschutz

Das Anlegen gefälschter Social-Media-Profile, um andere zu täuschen, indem man sich als eine andere Person oder Marke ausgibt. Betrüger verbreiten so Falschinformationen, betrügen Follower oder schaden dem Ruf der Marke. Marken müssen soziale Medien überwachen und mit den Betreibern zusammenarbeiten, um betrügerische Accounts schnell entfernen zu lassen.

Beispiel

Ein Betrüger legt einen Account an, der ein kleines veganes Café nachahmt, und postet irreführende Meldungen über verdorbene Zutaten und mangelnde Küchenhygiene. Kunden sehen die Beiträge, glauben, die Standards des Cafés seien gesunken, und bleiben weg – zum Schaden des echten Geschäfts.

Industriedesign

Geistiges Eigentum

Die ästhetische oder gestalterische Seite eines Produkts – dreidimensionale Merkmale wie Form oder Oberfläche oder zweidimensionale wie Muster oder Linien. Der Schutz von Industriedesign fördert Innovation in der Produktentwicklung und verhindert, dass andere die visuellen Merkmale kopieren, die ein Produkt einzigartig machen. Das stärkt die Markenidentität und die Wettbewerbsfähigkeit.

Beispiel

Ein Möbelhersteller schützt die markant geschwungene Form und die geometrischen Muster seines neuen Stuhls. So können Wettbewerber keine identisch aussehenden Sitzmöbel anbieten, die Käufer verwirren.

K

KI-gestützte Markenüberwachung

Markenschutz

KI-gestützte Überwachung nutzt maschinelles Lernen, um Markenmissbrauch, Fälschungen oder IP-Verletzungen auf digitalen Kanälen im großen Maßstab zu erkennen und zu verfolgen.

Beispiel

Ein KI-System alarmiert ein Modeunternehmen, sobald auf einem Social-Media-Marktplatz ein neues Angebot für eine gefälschte Handtasche auftaucht.

L

Lecks in der Lieferkette

Graumarkt

Lecks in der Lieferkette entstehen, wenn Markenprodukte bei Herstellung oder Vertrieb verloren gehen, gestohlen oder gezielt umgeleitet werden. Solche Ware landet oft auf nicht autorisierten Märkten, untergräbt die Preisstabilität und erhöht das Fälschungsrisiko.

Beispiel

Eine Lieferung Luxushandtaschen verschwindet aus einem Logistikzentrum und taucht mit Rabatt auf nicht autorisierten Online-Marktplätzen wieder auf.

M

Marke

Geistiges Eigentum

Eine Marke ist ein Zeichen, Wort, Slogan, Logo oder Design, das die Herkunft von Waren oder Dienstleistungen kennzeichnet und von anderen unterscheidet. Marken sind rechtlich geschützt, um Verwechslungen bei Verbrauchern und die unerlaubte Nutzung durch andere Personen oder Organisationen zu verhindern. Mit der Eintragung einer Marke erhält der Inhaber das exklusive Recht, sie für bestimmte Waren oder Dienstleistungen zu nutzen – so wissen Kunden genau, was sie von wem kaufen.

Beispiel

Ein Beispiel aus der Praxis – zu den Marken von Adidas gehören:

  • der Markenname „Adidas“ (eine Wortmarke)
  • das Logo mit den drei Streifen (eine Bildmarke)
  • Name und Logo als kombiniertes Element (eine Wort-Bild-Marke)

Markenschutz

Markenschutz

Die Strategien und Maßnahmen, mit denen ein Unternehmen seine Markenidentität, seinen Ruf und sein geistiges Eigentum vor unerlaubter Nutzung oder Verletzung schützt. Dazu gehören rechtliche Schritte, technische Lösungen und proaktive Strategien gegen Missbrauch oder Verwässerung der Marke. Wirksamer Markenschutz erhält den Markenwert, sichert das Vertrauen der Kunden und unterstützt den langfristigen Geschäftserfolg.

Beispiel

Ein Hersteller handwerklicher Schokolade lässt sein Logo als Marke eintragen, nutzt einen Überwachungsdienst, der Online-Shops nach Fälschungen seiner Gourmet-Tafeln durchsucht, und arbeitet mit dem Zoll zusammen, um verdächtige Lieferungen an der Grenze zu stoppen. Tauchen gefälschte Tafeln auf, reicht das Unternehmen Löschanträge ein und zeigt Verbrauchern, wie sie die echte Verpackung erkennen. Weil er seine Rechte aktiv durchsetzt und die Qualität streng kontrolliert, bewahrt der Schokoladenhersteller seinen Premium-Ruf und die Treue seiner Kunden.

Markensicherheit

Markenschutz

Markensicherheit bezeichnet den Schutz der Werte, des Rufs und des geistigen Eigentums eines Unternehmens vor digitalen wie physischen Bedrohungen. Sie umfasst Cybersicherheit, den Kampf gegen Produktpiraterie und Durchsetzungsstrategien.

Beispiel

Ein Luxusuhrenhersteller führt strenge Cybersicherheitsprotokolle ein und arbeitet mit Strafverfolgungsbehörden zusammen, um den Verkauf von Fälschungen zu verhindern.

Markenvertrauen im Netz

Markenschutz

Markenvertrauen im Netz ist das Vertrauen der Verbraucher in die Echtheit, Zuverlässigkeit und ethisches Verhalten einer Marke im digitalen Raum. Starkes Markenvertrauen fördert Loyalität und langfristige Bindung.

Beispiel

Ein Händler stärkt das Vertrauen in seine Marke im Netz mit sicheren Zahlungssystemen, Echtheitsgarantien für seine Produkte und transparentem Kundenservice.

Markenverwässerung

Geistiges Eigentum

Die Schwächung des Rufs oder der Einzigartigkeit einer bekannten Marke durch unerlaubte Nutzung durch Dritte, selbst wenn Verbraucher nichts verwechseln. Verwässerung kann durch Verwässerung im engeren Sinn (die Verbindung zur Marke wird schwächer) oder durch Herabsetzung (das Image der Marke wird beschädigt) entstehen – am Ende sinken Wert und Unterscheidungskraft der Marke.

Beispiel

Eine bekannte Technologiemarke mit berühmtem Logo stellt fest, dass ein anderes Unternehmen ein sehr ähnliches Logo auf Produkten ganz anderer Art nutzt. Auch wenn Verbraucher wissen, dass es nicht dieselbe Marke ist, schmälert diese Nutzung Prestige und Exklusivität der ursprünglichen Marke.

Missbrauch von Marken durch Deepfakes

Markenschutz

Beim Missbrauch durch Deepfakes werden KI-generierte Audios, Videos oder Bilder genutzt, um sich als Marke oder deren Vertreter auszugeben. Sie können für Betrug, Desinformation oder betrügerische Werbung eingesetzt werden und untergraben die Glaubwürdigkeit der Marke.

Beispiel

Ein Deepfake-Video des CEO eines Unternehmens verbreitet sich im Netz und kündigt fälschlich eine Fusion an – mit Verwirrung und Kursschwankungen als Folge.

N

Nicht autorisierte Wiederverkäufer

Graumarkt

Nicht autorisierte Wiederverkäufer sind Personen oder Unternehmen, die echte Markenprodukte ohne Zustimmung des Markeninhabers verkaufen. Auch wenn die Ware selbst echt ist, kann der nicht autorisierte Wiederverkauf Preisvorgaben, Garantien und Servicestandards untergraben.

Beispiel

Ein Wiederverkäufer kauft echte Hautpflegeprodukte bei ausländischen Distributoren und verkauft sie ohne Zustimmung der Marke auf E-Commerce-Seiten – an offiziellen Preisen und Qualitätskontrollen vorbei.

Notice-and-Takedown-Verfahren

Geistiges Eigentum

Das Notice-and-Takedown-Verfahren ist ein rechtlicher Rahmen, mit dem Rechteinhaber die Entfernung rechtsverletzender oder illegaler Inhalte von Plattformen verlangen können. Nach einer Meldung müssen Plattformen in der Regel umgehend handeln.

Beispiel

Ein Filmstudio reicht bei einer Videoplattform einen Löschantrag im Notice-and-Takedown-Verfahren ein, um Raubkopien seines neuen Films entfernen zu lassen.

P

Parallelimport

Graumarkt

Die Einfuhr echter Markenware in einen Markt ohne Zustimmung des Inhabers des geistigen Eigentums, oft zu niedrigeren Preisen. Parallelimporte können autorisierte Vertriebsvereinbarungen stören und die lokale Preisstrategie beeinträchtigen. Die rechtliche Bewertung unterscheidet sich von Land zu Land, was die Durchsetzung des Markenschutzes erschwert.

Beispiel

Ein Verkäufer kauft echte Designertaschen günstig in einem anderen Land und verkauft sie im Inland mit Rabatt weiter – am autorisierten Vertriebssystem der Marke vorbei.

Patente

Geistiges Eigentum

Patente geben Erfindern exklusive Rechte an ihren Erfindungen. Sie gelten für einen festen Zeitraum, in dem der Inhaber anderen verbieten kann, die Erfindung herzustellen, zu nutzen oder zu verkaufen. Patente schützen neue und nützliche Erfindungen oder Entdeckungen und verschaffen Erfindern ein zeitlich begrenztes Monopol auf ihre Schöpfung.

Utility Patent (Erfindungspatent)

Ein Utility Patent schützt die funktionalen Aspekte von Erfindungen wie Verfahren, Maschinen und Stoffzusammensetzungen und gilt in der Regel rund 20 Jahre ab dem Anmeldetag.

Beispiel

Ein Startup entwickelt eine neuartige, umweltfreundliche Motorkonstruktion und sichert sich ein Utility Patent. So können Wettbewerber keinen identischen Motor herstellen oder verkaufen.

Design Patent (Designschutz)

Ein Design Patent schützt das ästhetische Erscheinungsbild von Produkten – also allein, wie sie aussehen, nicht wie sie funktionieren – und gilt etwa 14 oder 15 Jahre.

Beispiel

Ein Unternehmen erhält ein Design Patent für die elegante, wellenförmige Außenseite seiner neuen Smartphone-Hülle. So dürfen Wettbewerber die markante Form nicht kopieren.

Vorläufige Patentanmeldung

Eine vorläufige Patentanmeldung sichert zu geringeren Anfangskosten einen frühen Prioritätstag. Sie gilt 12 Monate und gibt Erfindern Zeit, ihre Erfindung weiterzuentwickeln und eine vollständige Patentanmeldung vorzubereiten, ohne den ursprünglichen Anmeldetag zu verlieren.

Beispiel

Ein Erfinder reicht eine vorläufige Anmeldung für den Prototyp eines Medizinprodukts ein und gewinnt so Zeit für weitere Tests und letzte Details, bevor er ein vollständiges Utility Patent anmeldet.

Phishing

Markenschutz

Der betrügerische Versuch, an sensible Informationen zu kommen, indem man sich in elektronischer Kommunikation als vertrauenswürdige Stelle ausgibt. Phishing-Maschen nutzen oft E-Mails oder Websites, die echte Marken nachahmen, und bringen Nutzer dazu, Passwörter, Kreditkartennummern oder andere persönliche Daten preiszugeben.

Beispiel

Eine E-Mail, die angeblich von einer bekannten Bank stammt, fordert Empfänger auf, „ihr Konto zu bestätigen“, indem sie ihre Zugangsdaten auf einer gefälschten Website eingeben – und greift so sensible Daten ab.

Plagiat oder Nachahmerprodukt

Markenschutz

Ein Produkt, das einem anderen in Aussehen und Funktion stark ähnelt, aber weder dessen eingetragenen Markennamen noch anderes geistiges Eigentum verletzt. Solche Produkte werden oft aus billigeren Materialien hergestellt und günstiger verkauft. Plagiate und Nachahmerprodukte leben davon, dass echte Innovatoren und Kreative Neues schaffen, und können Verbraucher verwirren und den Markt für Originalprodukte verwässern, obwohl sie keine echten Fälschungen sind.

Beispiel

Ein Bekleidungshersteller produziert Jacken, die dem markanten Look einer angesagten Designermarke stark ähneln – mit ähnlichen Nähten und einem markanten Schnitt. Den Markennamen des Originals nutzt der Nachahmer jedoch nicht. Das Produkt ist günstiger, kann aber Käufer verwirren, die glauben, es sei genauso hochwertig.

R

Rechtsverletzung

Markenschutz

Die unerlaubte Nutzung geschützter Rechte des geistigen Eigentums, die die Rechte des Inhabers verletzt. Rechtsverletzungen können vorsätzlich oder unbeabsichtigt geschehen und rechtliche Schritte nach sich ziehen. Rechtsverletzungen zu überwachen und Rechte mit rechtlichen Mitteln durchzusetzen, ist entscheidend für Integrität und Wert einer Marke.

Beispiel

Ein junges Startup kopiert ohne Erlaubnis die patentierte aerodynamische Radtechnik eines führenden E-Bike-Herstellers. Kunden, die glauben, ein überlegenes Produkt zu kaufen, haben wegen der minderwertigen Kopie Sicherheitsprobleme.

Rechtsverletzungen auf Marktplätzen

Markenschutz

Rechtsverletzungen auf Marktplätzen liegen vor, wenn Fälscher, Nachahmer oder nicht autorisierte Verkäufer Plattformen wie Amazon, eBay oder Alibaba nutzen, um rechtsverletzende Waren zu verkaufen. Diese Plattformen können Brennpunkte für IP-Missbrauch sein.

Beispiel

Mehrere Verkäufer auf Amazon bieten Fälschungen einer Luxusuhr an und täuschen Käufer mit gestohlenen Produktfotos und -beschreibungen.

Reputationsmanagement

Markenschutz

Reputationsmanagement umfasst Strategien, mit denen eine Marke beeinflusst und pflegt, wie sie online und offline wahrgenommen wird. Dazu gehören die Überwachung von Bewertungen, der Umgang mit negativer Berichterstattung und die Verbreitung positiver Botschaften.

Beispiel

Nach einer viralen negativen Bewertung reagiert ein Hotel schnell, löst das Problem und ermutigt zufriedene Gäste, ihre Erfahrungen online zu teilen.

Risikobewertung (Marken-/IP-Risiko)

Markenschutz

Bei der Risikobewertung werden mögliche Bedrohungen für den Ruf einer Marke, ihre IP-Rechte und ihr Geschäft eingeschätzt. So können Unternehmen Durchsetzungsmaßnahmen priorisieren und Ressourcen wirksam einsetzen.

Beispiel

Eine Marke ermittelt in einer Risikobewertung, welche Produktkategorien am stärksten von Fälschungen betroffen sind, und priorisiert die Durchsetzung dort.

T

Typosquatting

Markenschutz

Eine Form des Cybersquattings, die auf Tippfehler bei der Eingabe von Webadressen setzt. Typosquatter registrieren falsch geschriebene Varianten von Domains, um Nutzer auf schädliche Seiten umzuleiten, unerwünschte Werbung anzuzeigen oder persönliche Daten abzugreifen.

Beispiel

Eine Seite namens „facbook.com“ nutzt gezielt einen häufigen Tippfehler bei „facebook.com“ und leitet Nutzer auf betrügerische Seiten um.

U

Unterlassungsverfügung (im IP-Recht)

Geistiges Eigentum

Eine Unterlassungsverfügung ist eine gerichtliche Anordnung, mit der eine Person oder ein Unternehmen bestimmte Handlungen einstellen muss. Im IP-Recht kann sie weitere Rechtsverletzungen verhindern, solange ein Verfahren noch läuft.

Beispiel

Ein Softwareunternehmen erwirkt gegen einen Wettbewerber eine Unterlassungsverfügung, damit dieser kein Programm mehr vertreibt, das seinen patentierten Code verletzt.

W

Warenumleitung (Product Diversion)

Graumarkt

Warenumleitung bezeichnet den Vertrieb echter Waren über nicht vorgesehene oder nicht autorisierte Kanäle. Die umgeleiteten Produkte entsprechen womöglich nicht den Qualitäts-, Preis- oder Gebietsvorgaben der Marke und sorgen für Ungereimtheiten im Markt.

Beispiel

Ein Getränkehersteller liefert Getränke, die für Hotels in Asien bestimmt sind, doch Distributoren verkaufen sie günstiger an Supermärkte in Europa weiter und unterbieten so die lokalen autorisierten Partner.

Web-Crawling / Scannen nach Rechtsverletzungen

Markenschutz

Beim Web-Crawling nach Rechtsverletzungen durchsuchen automatisierte Tools Websites, Marktplätze und soziale Medien nach Fälschungen, Piraterie oder unerlaubter Nutzung einer Marke.

Beispiel

Eine Marke findet mit automatisierten Crawlern nicht autorisierte Verkäufer, die ihre Produkte auf Dutzenden Online-Marktplätzen anbieten.

Die Begriffe kennen Sie.
Jetzt finden Sie die Bedrohungen.

Sehen Sie, wo Fälschungen, Betrüger und nicht autorisierte Verkäufer Ihre Marke nutzen – und was es wert ist, sie zu entfernen.