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E-Commerce-Trends 2026: KI-Shopping und der Aufstieg des Zero-Click-Commerce

Das Einkaufen ohne Suche hat begonnen. Wie KI empfiehlt und auswählt, wie sich Plattformen wandeln und worauf sich Marken jetzt vorbereiten sollten.

4 Min. Lesezeit
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  1. Weniger Suche, schnellere Entscheidungen
  2. „Suchen → Vergleichen → Klicken → Kaufen“ ist nicht mehr der Standard
  3. Nicht Traffic entscheidet, sondern ob Sie ausgewählt werden
  4. Der koreanische E-Commerce ist bereits beim „Zero-Click-Shopping“ angekommen
  5. Plattformen entwickeln sich zu „KI-Auswahlmaschinen“
  6. Am Ende wird Shopping „agentisch“
  7. [Vorschau] Seminar: Wie KI den E-Commerce 2026 verändert

Weniger Suche, schnellere Entscheidungen

Im letzten Beitrag haben wir anhand der „KI-Steuer (AI Tax)“ gezeigt, wie Marken mit wachsendem Erfolg strukturell Erträge an Fälschungen, Identitätsmissbrauch und den Graumarkt verlieren.

Diesmal geht es um einen Wandel, der noch einen Schritt früher ansetzt.

Wie verändern sich die Verbraucher gerade?

Diese Frage betrifft mehr als einen Trend. Sie hängt direkt mit dem strukturellen Wandel des E-Commerce im Zeitalter des KI-Shoppings zusammen, der künftig bestimmt, wie Marken gefunden und ausgewählt werden.

„Suchen → Vergleichen → Klicken → Kaufen“ ist nicht mehr der Standard

Das Online-Shopping, wie wir es kannten, folgte einem klaren Ablauf: suchen, vergleichen, klicken, kaufen. Doch dieses Muster ändert sich gerade rasant. KI zeigt nicht mehr nur Informationen an, sondern fasst Produkte zusammen, empfiehlt sie und führt Kunden bis zur Bezahlung.

Auch der Handel selbst stellt inzwischen fest, dass sich „der such- und vergleichsbasierte E-Commerce durch den Einsatz von KI rasch verändert“. Damit ändert sich auch die Rolle der Verbraucher: Sie suchen und vergleichen nicht mehr selbst, sondern treffen nur noch die Entscheidung.

Diesen Wandel nennen wir Zero-Click-Commerce: ein neues Konsummuster, bei dem Käufe ohne Klicks auf Grundlage von KI-Empfehlungen zustande kommen.

Nicht Traffic entscheidet, sondern ob Sie ausgewählt werden

Die wichtigste Veränderung im KI-Shopping ist eindeutig: Es kommt nicht mehr auf Traffic an, sondern darauf, ausgewählt zu werden.

Früher war im E-Commerce eine Top-Platzierung in den Suchergebnissen der entscheidende Wettbewerbsvorteil. Heute ist es wichtiger, in der Empfehlungsliste der KI aufzutauchen.

Der Maßstab des Wettbewerbs verschiebt sich also:

  • Wettbewerb um Besucher → Wettbewerb um Auswahl
  • Wettbewerb um Klicks → Wettbewerb um Empfehlungen

Tatsächlich mehren sich die Prognosen, dass der suchbasierte Wettbewerb an Gewicht verliert und Empfehlungen wichtiger werden, je stärker sich Shopping über KI-Agenten verbreitet. Der E-Commerce ordnet sich gerade neu: weg vom Traffic, hin zur Auswahl durch KI.

Der koreanische E-Commerce ist bereits beim „Zero-Click-Shopping“ angekommen

Dieser Wandel ist kein rein globaler Trend. Auch der koreanische E-Commerce bewegt sich rasch in dieselbe Richtung. Große Handelskonzerne wie Lotte, Shinsegae und Hyundai Department Store machen KI zu ihrer Kernstrategie und bauen Strukturen auf, in denen Empfehlung und Kauf nahtlos ineinandergreifen.

Die Shinsegae Group baut auf Basis von Kundendaten eine „Zero-Click-Shopping“-Struktur auf, die ohne Suche von der Empfehlung direkt bis zur Bezahlung führt, und auch Gmarket nutzt Daten zum Nutzerverhalten, um sein Shopping-Erlebnis mit KI-Kuration auszubauen. Hyundai Department Store verbindet mit einem KI-Shopping-Assistenten ebenfalls Empfehlung und Kauf. (Quelle: Fortune Korea)

Die Richtung ist eindeutig: Der koreanische E-Commerce stellt bereits auf eine an KI-Empfehlungen ausgerichtete Struktur um.

Plattformen entwickeln sich zu „KI-Auswahlmaschinen“

Wie deutlich dieser Wandel ist, zeigt auch die Ausrichtung der einzelnen koreanischen Plattformen.

Coupang setzt auf schnelle Lieferung und günstige Preise und macht es der KI damit leicht, sich für seine Angebote zu entscheiden. Naver sammelt mit Bewertungen und Inhalten Daten, mit denen sich seine KI-Empfehlungsalgorithmen verfeinern lassen. Kakao zeigt mit seinem Messenger, wie sich Shopping zum Dialog mit einer KI entwickeln könnte.

Die Wege der Plattformen unterscheiden sich, die Richtung ist dieselbe: Nicht mehr der Nutzer wählt allein aus, sondern die KI unterstützt die Auswahl.

Am Ende wird Shopping „agentisch“

Corona hat Online-Shopping zum Alltag gemacht. Jetzt definiert KI neu, wie wir einkaufen.

Vom Suchen und Vergleichen zum Empfohlen- und Ausgewähltwerden

Dabei geht es nicht bloß um Bequemlichkeit, sondern um einen strukturellen Wandel in der Funktionsweise des E-Commerce. Shopping bewegt sich hin zum „Agentic Shopping“, bei dem KI in die Kaufentscheidung eingreift.

Damit stellt sich Marken eine neue Frage:

Nicht: Wie werden wir häufiger gesehen? Sondern: Wie werden wir ausgewählt?

Und diese Frage verlangt eine neue Markenstrategie und einen neuen Umgang mit Daten.

[Vorschau] Seminar: Wie KI den E-Commerce 2026 verändert

Im MarqVision-Seminar am 30. April geht es konkret darum, wie sich diese Veränderungen auf die E-Commerce-Praxis auswirken und welche Strategien Marken jetzt vorbereiten sollten.

Von KI-gestützten Shopping-Strukturen über Graumarkt- und Preisprobleme bis zum Brand Intelligence Agent: Hier sehen Sie den gesamten Zusammenhang auf einen Blick.

Melden Sie sich jetzt vorab an, und erleben Sie diese Veränderungen als Erste.