TikTok Shop, Temu und Shein werden 2024 zu zentralen Marktplätzen
TikTok Shop, Temu und Shein sind in den letzten Jahren stark gewachsen und könnten 2024 zu einer neuen Bedrohung für den Markenschutz werden.

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Zum Start ins Jahr 2024 rücken drei rasant wachsende Marktplätze ins Rampenlicht – und sie stellen die Integrität des geistigen Eigentums von Marken vor erhebliche Herausforderungen.
TikTok Shop, Temu und Shein bieten Online-Käufern jeweils etwas sehr Attraktives, das ihnen im vergangenen Jahr eine riesige Stammkundschaft beschert hat. Ob Einbindung in den digitalen Alltag, Preise, Sortimentsbreite oder Marketingstrategie: Diese aufstrebenden Plattformen haben den E-Commerce im Sturm erobert.
Allerdings haben sie bereits Kontroversen rund um geistiges Eigentum ausgelöst. Damit rücken sie in den Fokus von Unternehmern, die ihre Markenidentität in einem Online-Umfeld schützen wollen, das ohnehin viele Wege bietet, Fälschungen zu verkaufen.
Sehen wir uns TikTok Shop, Temu und Shein genauer an – und warum wir diese Marktplätze 2024 im Blick behalten.
TikTok Shop: E-Commerce mit Video neu gedacht
Den Anfang macht TikTok Shop, die jüngste Neuerung der äußerst beliebten Videoplattform TikTok. Seit dem Start im September 2023 hat sich der Marktplatz zu einem möglichen Hotspot für Fälscher entwickelt, die direkten Zugang zu Verbrauchern suchen.
Der größte Reiz von TikTok Shop: Verkäufer können ihre Produktwerbung nahtlos in Unterhaltungsinhalte einbinden. Nutzer, besonders aus der Gen Z und der Gen Alpha, haben TikTok seit der Coronapandemie in großem Stil für sich entdeckt.
Verkäufer aller Art profitieren von der riesigen Nutzerbasis, die die Plattform bereits hat: Derzeit sind es über eine Milliarde aktive Nutzer.
Schon vor dem Start von TikTok Shop nutzten Creator die Videoplattform für E-Commerce, indem sie Produkte bewarben und Links zu anderen Plattformen teilten. Der Übergang zu einer integrierten E-Commerce-Funktion verlief daher nahtlos.
Wir haben bereits ausführlich beschrieben, wie Fälscher die Videoplattform von TikTok missbrauchen, um der IP-Durchsetzung geschickt zu entgehen. Mehr dazu erfahren Sie im Video über die RepTok-Realität auf TikTok unten.
Kurz gesagt: Bei der RepTok-Strategie werden gefälschte Artikel zunächst in Videos beworben, oft als „Hauls“ online gekaufter Ware. Die Creator schicken die Zuschauer dann über einen Zwischenschritt weiter, etwa einen WhatsApp-Kanal oder eine öffentlich zugängliche Tabelle, und von dort gelangen sie zu einem Angebot auf einem Online-Marktplatz.
Fälscher sind dafür berüchtigt, Online-Plattformen auf jede erdenkliche Weise auszunutzen, und auch die Reichweite von TikTok Shop haben sie sich ohne Zögern zunutze gemacht. Ob sie direkt über den Marktplatz verkaufen oder über Umwege: Diese opportunistischen Täter werden die Abwehr der Plattform gegen IP-Verletzungen auf die Probe stellen.
Die gute Nachricht: TikTok geht solche Herausforderungen deutlich proaktiver an als andere bei Fälschern beliebte Plattformen. TikTok arbeitet aktiv mit allen Beteiligten zusammen, um schnell gegen Fälschungen vorzugehen, und respektiert das geistige Eigentum und die Durchsetzungsanträge von Marken.
Temu: Wettbewerb mit aggressiven Preisen neu definiert
Als Nächstes auf unserem Radar steht Temu, der in den USA ansässige Ableger des chinesischen Giganten Pinduoduo.
In den letzten zwei Jahren hat Temu rasch an Boden gewonnen, weil es Marktanteile über Gewinnmargen stellt. Diese unermüdliche Jagd nach günstigen Preisen, zusammengefasst im Slogan „Shop Like A Billionaire“, verleitet Verkäufer nicht nur dazu, an allen Ecken zu sparen, sondern fördert auch die Verbreitung gefälschter Produkte.
Fälschern kommt vor allem eine Vorgabe des Marktplatzes entgegen: Verkäufer müssen ihre Produkte zu niedrigeren Preisen als auf konkurrierenden Plattformen anbieten. Dieser Preisabgleich, vor allem mit dem konkurrierenden chinesischen Marktplatz 1688.com, löst faktisch einen Unterbietungswettlauf aus.
Als ob diese Vorgabe nicht schon reichen würde, um die Preise auf ein unmögliches Niveau zu drücken, gibt es noch eine zweite. Wie alle Marktplätze mit Drittanbietern muss Temu häufig entscheiden, welcher Verkäufer das Hauptangebot für ein bestimmtes Produkt erhält.
Oft nutzen Plattformen dafür mehrere Rankingfaktoren wie Kundenbewertungen und Verkäuferhistorie. Temu entscheidet Berichten zufolge jedoch allein nach dem Preis des Artikels – der günstigste Verkäufer erhält also immer das Hauptangebot.
Fälscherbetriebe arbeiten mit deutlich geringeren Gemeinkosten als legitime Unternehmen, vor allem weil sie bei Produktentwicklung und Marketing fast alle Kosten einsparen. Das gelingt ihnen, weil sie als Trittbrettfahrer von der Arbeit echter Marken profitieren, die ihre Produkte selbst entwickelt und vermarktet haben.
Weil Temu derart niedrige Preise erwartet, schafft der Marktplatz womöglich ein Ökosystem, in dem gefälschte Produkte prächtig gedeihen.
Shein: ein zweigleisiger Ansatz bei Modefälschungen
Der letzte Kandidat, Shein, ist als Modehändler und als aufstrebender Marktplatz explosionsartig gewachsen. Das in China gegründete und heute in Singapur ansässige Unternehmen ist berüchtigt dafür, immer wieder Designs kopiert zu haben und den Schutz geistigen Eigentums lax zu handhaben.
Inzwischen hat Shein seine Reichweite mit einem eigenen Drittanbieter-Marktplatz ausgebaut. Indem Shein neben eigenen Produkten auch externen Verkäufern eine Plattform bietet, öffnet es IP-Verletzungen aller Art Tür und Tor.
Was Shein von anderen Online-Marktplätzen unterscheidet, selbst von TikTok Shop und Temu, ist die Frage der Absicht. Auf anderen Plattformen landen Fälschungen meist dann, wenn Täter unter dem Radar bleiben und ihre Ware verkaufen, ohne dass die Plattform es bemerkt. Shein dagegen hat selbst gezeigt, dass es bereit ist, das geistige Eigentum bestehender Unternehmen zu verletzen.
Eine Reihe bekannter Modemarken hat bereits Klagen gegen Shein eingereicht, darunter Ralph Lauren, Levi’s, Uniqlo und weitere. Die Vorwürfe reichen von Designdiebstahl – Shein selbst wird beschuldigt, bestehende Designs bekannter Marken zu kopieren und nur geringfügig zu verändern – bis zum Verkauf gefälschter Waren.
Der Marktplatz von Shein bietet zwar Wege, Rechtsverletzungen zu melden. Ob Shein das geistige Eigentum von Marken auf seiner Plattform aber ernsthaft schützen will, ist zweifelhaft.
Wenn Sie als Markeninhaber oder Unternehmen mit Fälschungen zu kämpfen haben, ist MarqVision für Sie da. Wie der Blick auf TikTok Shop, Temu und Shein zeigt, wird der Kampf gegen Fälscher immer komplexer und dringlicher.
Angesichts solcher Bedrohungen unterstützt MarqVision Unternehmen mit maßgeschneiderten Lösungen, die wirksam gegen Fälschungen vorgehen. Lassen Sie nicht zu, dass Fälscher Ihren hart erarbeiteten Erfolg untergraben. Nehmen Sie noch heute Kontakt mit MarqVision auf und gewinnen Sie die Kontrolle über die Integrität Ihrer Marke zurück.
