Wie Deepfakes Marken bedrohen
Wie Deepfakes aus KI-Videobearbeitung Ihre Marke bedrohen: vom Fälschungsverkauf über Phishing bis zu Falschinformationen über Ihr Unternehmen.

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Die Deepfake-Technologie ist endgültig angekommen und bedroht die Glaubwürdigkeit und Authentizität von Personen und Marken im Netz massiv.
Für alle, denen der Begriff nicht geläufig ist: Deepfakes sind hochwertige Videos, die das Erscheinungsbild einer Person nachbilden. Einfach gesagt: Mit der Technik lassen sich nahtlos Videos realer Menschen erstellen und bearbeiten – und wer das tut, bestimmt, was die Person im Video sagt oder tut.
In den letzten Jahren gab es unzählige Berichte über Deepfake-Technologie. Fast ausnahmslos ging es darum, wie sie Schaden anrichtet – von widerwärtigen pornografischen Inhalten bis zu ausgeklügelten Phishing-Maschen.
In diesem Beitrag zeigen wir, wie Deepfakes speziell Marken bedrohen können: von Desinformationskampagnen gegen Einzelpersonen über Betrug an treuen Kunden bis zum Verkauf gefälschter Produkte.
Wen können Deepfakes treffen?
Mit großem Abstand am häufigsten werden Deepfakes gegen Prominente eingesetzt, vor allem gegen Frauen aus der Unterhaltungsbranche. Im Januar 2024 wurde das Abbild von Taylor Swift für Videos genutzt, die für ein gefälschtes Le-Creuset-Gewinnspiel warben. Im selben Monat verbreiteten sich pornografische Deepfakes der Sängerin viral auf Social Media, vor allem auf X, woraufhin die Plattform die Suche nach ihrem Namen vorübergehend sperrte.
Auch andere prominente Persönlichkeiten wurden Opfer von Deepfakes, etwa MrBeast und Tom Hanks, deren Abbild für ein gefälschtes iPhone-Gewinnspiel und eine betrügerische Zahnversicherung missbraucht wurde.
Doch je zugänglicher und ausgefeilter die Technologie wird, desto größer wird der Kreis möglicher Opfer. Nicht mehr nur Prominente, sondern jede Person mit öffentlich sichtbarem digitalem Fußabdruck kann bald ins Fadenkreuz geraten.
Auch Persönlichkeiten aus der Wirtschaft wie CEOs, Gründer und Unternehmenssprecher laufen inzwischen Gefahr, dass ihr Abbild kopiert wird.
Wir haben bereits Deepfakes sehr bekannter Personen wie Elon Musk und Warren Buffett gesehen, doch auch kleine Unternehmen können betroffen sein. Da Social Media als Marketinginstrument immer wichtiger wird – gerade für neue Unternehmen –, machen sich viele Gründer neuer Unternehmen selbst zum Gesicht ihrer Firma.
Selbst Influencer sind zu bevorzugten Zielen von Deepfake-Betrug geworden. Ihr Ruf, mit dem sie Vertrauen bei ihren Followern und Partnerunternehmen aufbauen, kann durch diese überzeugenden digitalen Nachbildungen gekapert werden.
Mit welchen Methoden werden Deepfakes also konkret eingesetzt, um Unternehmen zu schaden?
Ihre Produkte als Köder für Betrug
Wenn Deepfakes gegen Unternehmen eingesetzt werden, steckt meist eine Betrugsmasche gegen Verbraucher dahinter. Solche Maschen locken ahnungslose Menschen mit beliebten Produkten wie iPhones und PS5-Konsolen oder teurem Küchenzubehör.
Oft dienen diese Deepfakes ausgeklügelten Phishing-Angriffen, die das Vertrauen der Verbraucher in bekannte Prominente und Marken missbrauchen. Solche Phishing-Angriffe sollen dem Opfer sensible Daten entlocken – Bankdaten, Passwörter oder anderes.
Wird eine Marke für solche Betrugsmaschen missbraucht, kann das dem Vertrauen, das sie über Jahre bei ihren Kunden aufgebaut hat, erheblich schaden. Umso wichtiger sind starke Kundenbeziehungen auf Basis von Transparenz und Authentizität. Wer auf ethisches Geschäftsgebaren setzt und jeden Fall von Betrug oder Täuschung umgehend angeht, bekräftigt seine Integrität und gewinnt die Loyalität seiner Kunden.
Rufschädigung und Desinformation
Mit der Deepfake-Technologie wächst das Risiko von Reputationsschäden erheblich. Da sich Videos von Menschen in Bewegung und sogar ihre Stimmen nahezu perfekt nachbilden lassen, kann der Ersteller eines Deepfakes die Person sagen oder tun lassen, was er will.
Das reicht von geschmacklosen Meinungsäußerungen bis zu frei erfundenen Gesprächen, die das Opfer in ein schlechtes Licht rücken oder sogar kriminelle Handlungen nahelegen.
Deepfakes ließen sich sogar nutzen, um falsche Unternehmensnachrichten zu verbreiten. Ankündigungen, die fälschlich bevorstehende Entlassungen, große Produktänderungen, extreme neue Richtlinien oder gar die Schließung des Unternehmens behaupten, wären leicht zu produzieren und könnten im Umfeld des Unternehmens Unruhe stiften.
Solche Deepfakes verfolgen ein weniger direktes Ziel als Phishing-Angriffe: Meist geht es wohl schlicht darum, das Unternehmen zu trollen. Zwar kann eine Marke wenig vorbeugend gegen einzelne Akteure mit Zugang zu Deepfake-Technologie tun, doch betroffene Marken müssen unbedingt reagieren, wenn es passiert.
Verkauf von Fälschungen
Fälscher waren schon immer schnell darin, neue Technologien für sich zu nutzen, und Deepfakes sind keine Ausnahme.
Weil Fälscher das Abbild bekannter Persönlichkeiten kopieren können, die mit einer Marke verbunden sind, erstellen sie überzeugende Videos, in denen vertrauenswürdige Personen gefälschte Produkte bewerben.
Das bedroht den Ruf von Marken erheblich, denn ahnungslose Verbraucher kaufen womöglich gefälschte Waren, weil sie glauben, vertrauenswürdige Persönlichkeiten empfehlen sie.
Wer eine minderwertige Fälschung erhält, merkt vielleicht nie, dass es sich nicht um ein offizielles Produkt der Marke handelt, und der Ruf der Marke leidet. Erfüllt die Fälschung dagegen die Erwartungen des Kunden, hat er eine günstigere Alternative für künftige Käufe gefunden.
Die Deepfake-Technologie ist eine riesige Chance für Fälscher. Sie können damit nicht nur über Jahre aufgebautes Vertrauen kapern, sondern erhalten auch einen neuen Kanal, um gefälschte Produkte zu bewerben – und Marken haben eine Bedrohung mehr, mit der sie umgehen müssen.
Wie Marken die Gefahren von Deepfakes eindämmen können
Wo stehen Marken also im Zeitalter der Deepfakes?
Der Missbrauch der Technologie hat eine Welle rechtlicher Schritte ausgelöst, darunter Klagen von Schauspielern wie Scarlett Johansson und Anil Kapoor. Die Gesetzgebung hinkt dieser technologischen Wende jedoch weltweit hinterher. Marken können es sich nicht leisten, abzuwarten, bis große gesetzliche Änderungen sie schützen.
Wachsamkeit ist die wichtigste Verteidigung. Personen und Marken müssen aufmerksam und proaktiv bleiben, im digitalen Raum nach kursierenden Deepfakes Ausschau halten und sie so schnell wie möglich melden.
Viele Plattformen wie X, Facebook und Cloudflare bieten Marken und Personen bereits Meldewege für missbräuchliche Inhalte wie Deepfakes, oft als Manipulated Media bezeichnet.
Scheitert das, bleibt Marken als nächstbeste Option, der Spur bis zum Ende zu folgen. Wer den Links in den Deepfake-Inhalten nachgeht (natürlich auf sichere Weise, ohne eigene Daten oder Geräte zu gefährden) und dann die Zielseite meldet, kann solche missbräuchlichen Inhalte wirksam bekämpfen.
Im KI-Zeitalter, in dem Videobearbeitung Illusionen erzeugen kann, die von der Realität nicht zu unterscheiden sind, ist der Schutz des geistigen Eigentums, der Mitarbeitenden und des Rufs Ihrer Marke unverzichtbar.
Was 2024 bringt – etwa aufstrebende Online-Marktplätze, neue Gesetze weltweit und weitere Fälscherstrategien –, erfahren Sie in unserem Video zu den Top 10 Predictions on Brand Protection Trends & Challenges in 2024 unten.
