Identitätsmissbrauch über Instagram- und YouTube-Anzeigen: Was Modemarken tun können
106 Fälle von Identitätsmissbrauch bei Modemarken in vier Monaten – und wie Sie Phishing-Seiten per Deindexierung, Meldung und UDRP stoppen und Ihren Ruf schützen.

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Immer mehr Fake-Shops verkaufen Produkte von Modemarken über Anzeigen, die mit Sprüchen wie „bis zu 90 % Rabatt“ oder „Saisonschlussverkauf“ locken. Laut der koreanischen Verbraucherschutzbehörde (Korea Consumer Agency) gingen bei ihrem Verbraucherportal für grenzüberschreitende Käufe von Anfang Dezember letzten Jahres bis Februar dieses Jahres insgesamt 106 Beschwerden wegen Identitätsmissbrauch von Modemarken ein. Besonders häufig betroffen waren bekannte Outdoor-Modemarken.
Typische Fälle: 1) Verbraucher hielten die Seite für die offizielle Website der Modemarke und kauften dort ein, konnten danach aber weder Bestellung noch Bestellnummer einsehen. 2) Auf Rückerstattungsanfragen antwortete der Verkäufer nicht.
Verbraucher werden also geschädigt, weil sie glauben, auf der offiziellen Website zu kaufen – und das untergräbt auch das Vertrauen in die Modemarke. Häufen sich solche Fälle, wird in der Presse und auf Social Media negativ darüber berichtet, und das Vertrauen kann langfristig sinken.
Wie lassen sich Schäden durch Phishing-Seiten also möglichst gering halten? In diesem Beitrag zeigen wir ausführlich, mit welchen Methoden kriminelle Verkäufer gefälschte Websites von Modemarken aufziehen und wie Sie diese wirksam stoppen.
3,365 Mrd. Won: Rekordschäden durch betrügerische Marken-Websites

Laut einem Bericht der Stadt Seoul wurden 2024 insgesamt 77 Schadensfälle durch Websites erfasst, die sich als Marken ausgaben, mit einem Schaden von 3,365 Mrd. Won. Die Stadt analysierte 738 betrügerische Online-Shops, die ihr E-Commerce-Zentrum in den letzten 20 Jahren aufgedeckt hat, und zeigte, wie sich die Maschen zuletzt verändert haben. Vor allem seit dem Boom des Online-Shoppings nach Corona sind sie deutlich raffinierter geworden.
Seit 2019 waren diese Warengruppen am häufigsten von Identitätsmissbrauch betroffen: 1) Elektronik 46,2 % (341 Fälle) 2) Kleidung, Schuhe und Accessoires 27,9 % (206 Fälle) 3) Betrug mit Online-Shop-Nebenjobs 6,4 % 4) Gutscheinbetrug sowie Sport-, Freizeit- und Hobbyartikel je 4,7 % (35 Fälle). Diese fünf Warengruppen machten rund 90 % aller Fälle aus.
Auch die Art, wie Betrüger Verbraucher ansprechen, hat sich verändert. Früher lockten sie vor allem über Suchportale, Preisvergleichsseiten und Spam-Mails. Heute breitet sich Identitätsmissbrauch über Online-Marktplätze, Plattformen für Privatverkäufe sowie SMS, Social Media und Telefon aus. Warum und wie landen Verbraucher also auf Phishing-Seiten?
Merkmale aktueller Phishing-Seiten: #Identitätsmissbrauch #Modemarken #SocialMediaAnzeigen #ServerImAusland
1. Identitätsmissbrauch bekannter Modemarken

99 % der in den letzten zwei Jahren gemeldeten Phishing-Seiten nutzen Online-Marktplätze, um Verbraucher anzulocken. Sie geben sich als bekannte Modemarken aus und nutzen das Vertrauen in diese Marken aus. Weil immer mehr internationale Modemarken auf den koreanischen Markt drängen, wächst auch die Zahl der Fake-Shops, die es auf sie abgesehen haben.
Die gefälschten Seiten erreichen Verbraucher über Social-Media-Anzeigen und sind so raffiniert gestaltet, dass sie wie offizielle Verkaufsseiten aussehen. Dabei nutzen sie URLs, die der offiziellen Website ähneln, und kopieren Logos und sogar Produktseiten der Modemarke, damit Verbraucher ihnen arglos vertrauen und kaufen. Der Schaden entsteht, wenn nach der Zahlung keine Ware kommt oder der Verkäufer nicht mehr erreichbar ist.
Wer auf solchen Seiten geschädigt wird, verliert mit hoher Wahrscheinlichkeit das Vertrauen in die Modemarke selbst. Reagiert die Marke nicht entschlossen, greifen Medien die Fälle auf oder sie verbreiten sich auf Social Media – und langfristig setzt sich ein negatives Bild fest.
2. Starker Anstieg von Phishing-Seiten über Social-Media-Anzeigen
Auf Social Media, allen voran Instagram, stößt man heute regelmäßig auf Anzeigen mit Sprüchen wie „Lagerräumung“ oder „Saisonschlussverkauf“. Sie locken mit spektakulären Konditionen von bis zu 90 % Rabatt. Auf den ersten Blick wirken sie wie seriöse Shops, die sogar Rückgabe und Umtausch angeben. Tatsächlich fehlt oft jeder Verbraucherschutz: Bestellungen lassen sich nicht abrufen, Stornierungen sind unmöglich.

Beim Verbraucherportal der Korea Consumer Agency stieg die Zahl der Beschwerden über betrügerische ausländische Online-Shops jedes Jahr: von 251 (2021) über 441 (2022) auf 1.372 (2023). Von den 1.821 Fällen aus den Jahren 2021 bis 2023, bei denen der Zugangsweg bekannt war, kamen 82,3 % über Social Media. Die größten Anteile hatten Instagram (41,8 %) und YouTube (25,3 %).
Wer auf eine Social-Media-Anzeige klickt, landet oft in einem Fake-Shop, der sich als bekannte Modemarke ausgibt. Die häufigste Schadensart war „Identitätsmissbrauch von Marken“ (47,1 %, 972 Fälle): Fake-Shops im Namen bekannter Modemarken kassierten das Geld, lieferten nicht und waren danach nicht mehr erreichbar. Auch „Verkauf minderwertiger Ware“ (46,5 %, 959 Fälle) kam häufig vor. Verbraucher erhielten minderwertige Produkte, die nicht der Anzeige entsprachen, und statt einer Rückerstattung nur einen Teilbetrag.
Identitätsmissbrauch von Modemarken ist kein rein koreanisches Problem. Laut dem MarqVision US Consumer Report 2025 gab jeder vierte US-Verbraucher an, über Social-Media-Anzeigen auf Fälschungen gestoßen zu sein. Da die Statistik nur Personen erfasst, die tatsächlich gekauft haben, dürfte die Zahl deutlich höher liegen, wenn man alle mitzählt, die nie Ware erhielten.
Kriminelle Verkäufer setzen Social-Media-Anzeigen also gezielt ein, um Verbrauchern vertraut zu erscheinen. Am Ende missbrauchen sie das Vertrauen in Modemarken, beschädigen deren Ruf und gefährden das Produkterlebnis der Kunden. Schäden durch Fälschungen aus Social-Media-Anzeigen dürfen Marken nicht länger hinnehmen.
3. Betrügerische Seiten breiten sich über Server im Ausland aus
2024 liefen 93 % der gefälschten Marken-Websites über Server im Ausland. Für koreanische Unternehmen ist es deshalb sehr schwer, schnell zu reagieren.
Diese gefälschten Websites locken mit beliebten Modeartikeln als Direktkauf aus dem Ausland oder mit Rabatten von über 90 %. Beim Bezahlen verlangen sie sensible Daten wie Kartennummer, Ablaufdatum und Sicherheitscode, die sehr wahrscheinlich missbraucht werden. Gerade weil die Zahlungsdaten im Ausland verarbeitet werden, müssen Modemarken schnell handeln.
Die Korea Consumer Agency schrieb die Betreiber der Seiten per E-Mail an und bat um Klärung und Lösung der Beschwerden, erhielt aber meist keine Antwort. Oft lassen sich nicht einmal die genauen Angaben zum Verkäufer prüfen: Betrüger im Ausland machen falsche Angaben und erschweren so eine schnelle Sperrung der Phishing-Seiten.
Um das Vertrauen in die Marke zu sichern und Verbraucher zu schützen, braucht es daher ein stärkeres und systematischeres Vorgehen.
Wie gehen Sie wirksam gegen Websites vor, die sich als Ihre Modemarke ausgeben?

Websites und Social-Media-Konten, die sich als Modemarken ausgeben, verbreiten sich rasant und bedrohen Markenimage und Verbrauchervertrauen erheblich. Um den Schaden zu begrenzen und solche Seiten zu stoppen, gibt es im Wesentlichen drei Wege.
1. In Suchmaschinen deindexieren lassen
Sie können dafür sorgen, dass die gefälschten Seiten in Suchmaschinen wie Google oder Naver nicht mehr erscheinen. Dazu beantragen Sie, die Seite aus den Suchergebnissen zu entfernen – und verhindern so, dass Verbraucher sie überhaupt aufrufen.
2. Löschung der Website beantragen
Sie können die gefälschten Seiten beim Hosting-Anbieter oder bei zuständigen Behörden melden und ihre Löschung beantragen. Die meisten Anbieter gehen aktiv gegen solche Seiten vor, prüfen Regelverstöße und sperren Phishing-Seiten. Cloudflare etwa reagiert über sein Programm zur Meldung von Missbrauch schnell auf Phishing-Seiten.
➡️ Wie Sie gefälschte Websites selbst abschalten lassen, lesen Sie in einem früheren Beitrag im MarqVision Blog.
3. Ein Domainstreitverfahren (UDRP) einleiten
Hier sichern Sie sich die Domain der gefälschten Website und leiten sie auf Ihre offizielle Website um, damit Verbraucher keinem Risiko mehr ausgesetzt sind. So bewahren Sie Verbraucher zuverlässig vor den Folgen des Identitätsmissbrauchs, etwa dem Kauf von Fälschungen. Weil dafür rechtliche Schritte nötig sein können, kostet das Verfahren allerdings Zeit und Geld.
Mit einer bloßen Meldung ist das Problem nicht gelöst. Oft erscheinen die Seiten ohnehin nicht in Suchmaschinen, oder Hosting- und Domainanbieter reagieren nur zögerlich. Hinzu kommt: Mit KI entstehen solche Seiten immer schneller, und über Social Media und viele andere Online-Kanäle locken sie Verbraucher mühelos an. Identitätsmissbrauch zu erkennen und dagegen vorzugehen, kostet enorme Ressourcen.
Das Domainstreitverfahren (UDRP) ist dabei die schlagkräftigste Strategie gegen gefälschte Websites. Wer Lookalike-Domains und wichtige Domains zurückholt, schützt seine Marke noch wirksamer. Im nächsten Beitrag im MarqVision Blog behandeln wir das UDRP-Verfahren im Detail – bleiben Sie dran.
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