Nationale Anmeldung oder Madrider System: die richtige Strategie für Ihre Marke
Welcher Weg zur Marke im Ausland passt zu Ihrem Unternehmen? Nationale Anmeldung und Madrider System im Vergleich, mit Entscheidungshilfe und FAQ.

Auf dieser Seite5
„Lieber in jedem Land einzeln anmelden oder über das Madrider System?“
In der Beratung zu Markenanmeldungen im Ausland fragen viele nach dem richtigen Anmeldeweg. Auf den ersten Blick wirkt die Madrider Anmeldung oft vorteilhafter, weil sie mit einem einzigen Antrag mehrere Länder gleichzeitig abdeckt. Rechnet man aber den tatsächlichen Zeit- und Kostenaufwand ein, kann für jedes Unternehmen ein anderer Weg günstiger sein. Welcher Weg passt, sollten Sie deshalb sorgfältig anhand Ihrer Situation prüfen – etwa danach, wann Sie ins Ausland expandieren und ob Sie bereits eine Marke in Korea besitzen.
In diesem Beitrag erklären wir den Unterschied zwischen nationaler Anmeldung und internationaler Anmeldung nach dem Madrider System und zeigen, welcher Weg ins Ausland zu welchem Unternehmenstyp passt.
- Die Unterschiede der Anmeldewege verstehen
- Den passenden Anmeldeweg für Ihr Geschäft wählen
- FAQ: häufige Fragen zur Markenanmeldung
Wie sich die Anmeldewege unterscheiden
Der wichtigste Grundsatz bei der Markenanmeldung ist das Territorialitätsprinzip: Markenrechte gelten nur in dem Land, in dem die Marke angemeldet wurde. Marken müssen deshalb nach dem Markenrecht jedes Landes einzeln angemeldet werden. Daraus ergeben sich zwei wesentliche Anmeldewege.
- Nationale Anmeldung: Die Marke wird direkt beim Markenamt jedes Landes angemeldet, in dem Schutz nötig ist
- Internationale Anmeldung nach dem Madrider System: Die Marke wird über die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) in einem Schritt für mehrere Länder angemeldet

Vor- und Nachteile der nationalen Anmeldung
Bei der nationalen Anmeldung wird die Marke bei jedem Markenamt einzeln angemeldet. Der Vorteil: Sie können für jedes Land eine eigene Schutzstrategie entwickeln.
Vorteile:
- Länderspezifische Strategie: Sie können Ihre Strategie auf das Markenrecht und die Marktbedingungen jedes Landes zuschneiden und sich gezielt auf bestimmte Märkte konzentrieren
- Erfolgsquote: Da die Marke für jedes Land einzeln geprüft wird, ist die Wahrscheinlichkeit der Eintragung bei den jeweiligen Markenämtern hoch
Nachteile:
- Rechtliche Anforderungen: Das Markenrecht unterscheidet sich von Land zu Land, deshalb muss die Anmeldung mit Rechtsberatung vor Ort vorbereitet werden
- Komplexes Verfahren: Anforderungen und Abläufe unterscheiden sich je Land, das macht die Verwaltung komplex und zeitaufwendig
💡 Mit MarqFolio verwalten Sie den Eintragungsstand Ihrer Marken in allen Ländern auf einen Blick in einem Online-Dashboard.
Vor- und Nachteile des Madrider Systems
Mit der internationalen Anmeldung nach dem Madrider System melden Sie eine Marke mit einem einzigen Antrag gleichzeitig in mehreren Ländern an. Für Unternehmen, die Anmeldungen in mehreren Ländern planen, ist das bequem.
Vorteile:
- Einfache Anmeldung: Ein einziger internationaler Antrag deckt viele Länder ab, das Verfahren wird schlanker
- Zentrale Verwaltung: Auch nach der Anmeldung lassen sich die Marken in allen benannten Ländern gebündelt über die WIPO verwalten
Nachteile:
- Risiko des Zentralangriffs (Central Attack): Wird die Basismarke zurückgewiesen oder für nichtig erklärt, verliert die Marke in allen benannten Ländern ihre Wirkung – ein großes Risiko
- Begrenzte Anpassung: Weil in allen Ländern dieselbe Marke in derselben Form angemeldet werden muss, lassen sich länderspezifische Anforderungen kaum berücksichtigen, und die Anmeldung dauert lange
Den passenden Anmeldeweg für Ihr Geschäft wählen
Der Anmeldeweg sollte sich nach Unternehmensgröße, Zielmärkten, Budget und weiteren Faktoren richten. Hier unsere Empfehlungen für typische Situationen.

1. Unternehmen, die so schnell wie möglich Markenrechte brauchen
-> Nationale Anmeldung
Die internationale Anmeldung nach dem Madrider System durchläuft ein Verwaltungsverfahren beim Internationalen Büro der WIPO und dauert deshalb mindestens 10 bis 12 Monate länger. Wenn Sie bereits Kontakt zu Käufern im Ausland haben oder schnell expandieren müssen, sichern Sie sich Ihre Markenrechte besser zügig über nationale Anmeldungen.
2. Unternehmen, die Zwischenverfahren und zusätzliche Kosten vermeiden wollen
-> Nationale Anmeldung
Die Madrider Anmeldung spart anfangs Ressourcen, doch wenn Zwischenverfahren wie die Korrektur von Waren- und Dienstleistungsbezeichnungen nötig werden, können zusätzliche Kosten entstehen. Besteht bei einer nicht eingetragenen Marke noch Klärungsbedarf, können Sie mit der nationalen Anmeldung die nötigen Unterlagen für jedes Land im Voraus vorbereiten und so Risiken im laufenden Verfahren verringern.
3. Unternehmen, deren Marke in Korea noch nicht eingetragen ist
-> Nationale Anmeldung
Eine Madrider Anmeldung ist auch möglich, wenn die koreanische Marke erst angemeldet und noch nicht eingetragen ist. Wird die Eintragung jedoch zurückgewiesen oder die Marke später für nichtig erklärt, drohen alle über das Madrider System eingetragenen Marken wegzufallen. Die Madrider Anmeldung wird in der Regel ab 4 Ländern gewählt, und die Kosten können sich auf mehrere Millionen Won pro Marke belaufen. Damit mühsam erworbene Markenrechte nicht nachträglich nichtig werden, ist die nationale Anmeldung die sicherere Option.
4. Unternehmen, die den Aufwand für Anmeldung und Verwaltung senken wollen
-> Internationale Anmeldung nach dem Madrider System
Wenn Sie eine feste, einheitliche Marke in einem Schritt in möglichst vielen Ländern anmelden, sind die schlanken Formalitäten und Kostenvorteile der Madrider Anmeldung nicht zu unterschätzen. Eintragung und Verlängerung lassen sich bequem gebündelt erledigen. Für Unternehmen, die in allen Ländern dieselbe Strategie verfolgen und nicht viel in Markenanmeldungen investieren können, ist die Madrider Anmeldung die richtige Wahl.
FAQ: häufige Fragen zur Markenanmeldung

F1: Kann die Madrider Anmeldung in allen Ländern genutzt werden?
A: Nur in Ländern, die dem Madrider System angehören. Prüfen Sie vor der Anmeldung die Liste der Mitgliedsländer.
F2: Kann man Madrider und nationale Anmeldungen kombinieren?
A: Ja. Wirksam ist zum Beispiel, in strategisch wichtigen Ländern national anzumelden und die übrigen Länder über das Madrider System abzudecken.
F3: Wie lange dauern die Anmeldewege?
A: Bei nationalen Anmeldungen hängt es vom Land ab. Am schnellsten geht es in China, wo das Verfahren in mindestens 4 bis 6 Monaten abgeschlossen ist. Bei der Madrider Anmeldung dauert allein die Prüfung rund 18 Monate. Bis zum tatsächlichen Abschluss kann es noch länger dauern.
F4: Kann man die Marke nach der Anmeldung ändern?
A: Wesentliche Bestandteile der Marke lassen sich nicht ändern, einige Details aber schon. Beachten Sie, dass die Regeln von Land zu Land abweichen können.
„Was müssen Sie bei einer nationalen Anmeldung je Land vorbereiten?“
Länderspezifische Anmeldestrategien sowie Vorschriften und Verfahren der wichtigsten Märkte behandeln wir in einem der nächsten Blogbeiträge.
Sie überlegen, ob für Sie eine nationale Anmeldung oder eine internationale Anmeldung nach dem Madrider System besser passt? Bei MarqFolio, dem Service von MarqVision für die Markenverwaltung, bieten IP-Fachleute eine kostenlose Beratung zu maßgeschneiderten Markenstrategien und zur Strategie für identische Marken an. Lassen Sie sich von IP-Fachleuten zu einer Markenstrategie für Ihr Unternehmen beraten. Wenn Sie jetzt eine Beratung anfragen, erhalten Sie außerdem unseren Newsletter mit IP-Insights.
