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Prime Day, hohes Risiko: Warum Betrug zunimmt und was Ihre Marke tun kann

Prime Day bringt enorme Umsätze – und enormen Betrug. Warum Fälschungen und Identitätsmissbrauch zunehmen, wie sie schaden und wie Sie Umsatz und Vertrauen schützen.

Abby Lin4 Min. Lesezeit
Auf dieser Seite4
  1. Warum Betrüger den Prime Day lieben
  2. Die Folgen für Marken
  3. So bleiben Marken geschützt
  4. Fazit

Der Amazon Prime Day hat sich zu einem gewaltigen Handelsereignis entwickelt: vom 24-Stunden-Flash-Sale zu einem mehrtägigen globalen Event, das Hunderte Millionen Käufer anzieht. 2025 erstreckt sich der Prime Day über vier volle Tage (so lange wie nie zuvor) und sorgt für einen kräftigen Anstieg von Traffic, Sichtbarkeit und Chancen.

Doch während legitime Marken mit Rabatten, Kampagnen und Influencer-Aktionen aufrüsten, bereiten sich auch Kriminelle vor. Der Prime Day löst regelmäßig eine Welle nicht autorisierter Verkäufer, gefälschter Angebote und Betrugsmaschen mit Identitätsmissbrauch aus, von denen viele unentdeckt bleiben. Während Marken Ressourcen in das Event stecken, nutzen diese Betrüger die Lage im Stillen aus, kopieren Produktseiten, ziehen aufwendige Phishing-Maschen auf und schleusen Plagiate in die Warenkörbe der Verbraucher.

Für Marken sind die Risiken erheblich und reichen von finanziellen Verlusten über Reputationsschäden bis zu rechtlichen Risiken. Zu verstehen, warum Fälschungsaktivitäten am Prime Day zunehmen und wie man ihnen proaktiv vorbeugt, ist daher entscheidend, um im digital geprägten Handel von heute wettbewerbsfähig zu bleiben.

Warum Betrüger den Prime Day lieben

Dieselbe Dynamik, die den Prime Day für Verbraucher attraktiv macht – Dringlichkeit, hohe Rabatte, zeitlich begrenzte Angebote –, macht ihn auch für Betrüger reizvoll. Die schiere Größe des Events schafft einen fruchtbaren Boden für Täuschung: Käufer sind darauf eingestellt, schnell und ohne Nachdenken zu handeln, Plattformen werden mit Angeboten überflutet, und Durchsetzungssysteme hinken dem Geschehen in Echtzeit hinterher.

Laut der Federal Trade Commission meldeten Verbraucher 2023 Verluste von fast 10 Mrd. US-Dollar durch Betrug. Betrug beim Online-Shopping war die am zweithäufigsten gemeldete Betrugsart, und große Verkaufsevents wie der Prime Day sind nachweislich Auslöser. Betrüger wissen, dass am Prime Day selbst die vorsichtigsten Käufer im Wettlauf um ein Schnäppchen unaufmerksam werden können. Das nutzen sie aus und bringen billige Alternativen zu Preisen auf den Markt, die legitime Verkäufer unterbieten. In manchen Fällen ahmen sie ganze Shops nach und fälschen Logos, Markennamen und sogar Verpackungsdetails.

Zudem ergab eine aktuelle Recherche von Forbes, dass Betrug rund um den Prime Day im Jahresvergleich um 80 % zunahm, wobei sich Versuche des Identitätsmissbrauchs mehr als verdoppelten. Viele dieser Maschen gaben sich als Amazon-Support aus und warnten Kunden vor angeblichen Problemen mit Bestellungen oder Kontosperrungen, um sie dazu zu bringen, auf schädliche Links zu klicken oder persönliche Daten preiszugeben.

Diese Maschen beginnen oft Wochen vor dem Prime Day und zielen auf Verbraucher, während die Vorfreude steigt. Gerade wenn Kundenvertrauen und Kaufabsicht am höchsten sind, ist der Marktplatz am verwundbarsten.

Die Folgen für Marken

Die Folgen von Fälschungsaktivitäten am Prime Day sind weitreichend und enden selten mit einem einzigen verlorenen Verkauf.

Zunächst einmal verlieren Marken Umsatz an nicht autorisierte Wiederverkäufer und Fälschungen. Diese illegitimen Verkäufer lenken Traffic und Transaktionen von offiziellen Kanälen weg, oft indem sie Preise unterbieten oder sich fälschlich als legitim ausgeben. Doch der finanzielle Schaden ist nur die Spitze des Eisbergs.

Gefälschte Waren ziehen fast immer eine Spur von Schäden nach sich: mehr Produktbeschwerden, höhere Rücksendequoten und eine Häufung negativer Bewertungen. Diese Folgen betreffen nicht nur das Kundenerlebnis, sondern beeinflussen direkt die Sichtbarkeit Ihrer Produkte. Auf Marktplätzen wie Amazon können schlechte Bewertungen und Leistungsprobleme Ihr Ranking verschlechtern, das Gewinnen der Buy Box erschweren und Ihre Auffindbarkeit insgesamt verringern. Auf einem Marktplatz, auf dem algorithmische Sichtbarkeit alles ist, kann das einen Kaskadeneffekt auf künftige Umsätze haben.

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Noch bedenklicher ist der Reputationsschaden. Gefälschte Angebote und Betrug mit Identitätsmissbrauch bergen erhebliche rechtliche und regulatorische Risiken, besonders in sensiblen Kategorien wie Nahrungsergänzungsmitteln, Kosmetik und Elektronik. Wenn ein Drittverkäufer Ihren Shop nachahmt oder Phishing-E-Mails in Ihrem Namen verschickt, beschränkt sich der Schaden nicht auf diese eine Transaktion. Es entsteht eine Vertrauenslücke, deren Behebung Monate oder sogar Jahre dauern kann. Kunden, die auf gefälschte Angebote hereinfallen, geben oft der Marke die Schuld, nicht dem Marktplatz. Selbst wenn Ihr Unternehmen nichts mit dem Betrug zu tun hatte, erinnern sie sich an Ihren Namen, wenn das Produkt nicht funktioniert, kaputt ankommt oder Schaden anrichtet.

Hinzu kommen die Folgen für Ihre Preisstrategie. Nicht autorisierte Verkäufer unterbieten offizielle Preise regelmäßig, sei es durch Retail-Arbitrage oder durch minderwertige Plagiate zu reduzierten Preisen. Das belastet die Beziehung zu Ihren autorisierten Handelspartnern, die womöglich nicht mithalten oder vereinbarte Preisgrenzen einhalten können. Es untergräbt auch den wahrgenommenen Wert Ihrer Marke. Am Prime Day, wenn Verbraucher besonders preissensibel sind, können schon kleine Abweichungen dazu führen, dass Käufer Ihr Produkt als überteuert oder uneinheitlich wahrnehmen und stattdessen zu einem billigeren Plagiat greifen.

All das untergräbt die harte Arbeit, die Marken in Kundentreue, Vertrauen und Wiedererkennung stecken. Der Prime Day mag eine große Verkaufschance sein, er erfordert aber auch eine ebenso starke Markenschutzstrategie, damit Wachstum nicht auf Kosten der Glaubwürdigkeit geht.

So bleiben Marken geschützt

Um Ihre Marke am Prime Day und bei anderen Events mit hohem Traffic zu schützen, brauchen Sie einen mehrschichtigen, proaktiven Ansatz.

  1. Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick. Überwachen Sie Ihre Angebote, ASINs und Top-SKUs im Vorfeld des Prime Day. Achten Sie auf ungewöhnliche Preisrückgänge, plötzliche Wechsel bei der Buy Box oder unerwartete Umsatzspitzen, die alle auf nicht autorisierte Verkäufe hindeuten können. Nutzen Sie Testkäufe, um verdächtige Angebote zu prüfen und festzustellen, ob Drittverkäufer echte Produkte vertreiben.
  2. Nutzen Sie die Werkzeuge der Plattform. Treten Sie der Amazon Brand Registry bei, um Zugang zu Durchsetzungsfunktionen wie Project Zero zu erhalten, das Löschungen in Eigenregie ermöglicht, und Transparency, mit dem Sie einzelne Einheiten mit scannbaren Echtheitscodes versehen. Diese Werkzeuge helfen, den Schutz zu automatisieren, funktionieren aber nur, wenn Sie sie regelmäßig pflegen und überwachen.
  3. Klären Sie Ihre Kunden auf. Helfen Sie Käufern mit klaren, leicht verständlichen Hinweisen, gefälschte Produkte zu erkennen und zu melden. Ermutigen Sie sie, auf Echtheitsmerkmale wie manipulationssichere Siegel, Chargennummern und vertrauenswürdige Zertifizierungen zu achten. Erinnern Sie sie daran, nur in Ihrem verifizierten Amazon-Shop oder bei autorisierten Wiederverkäufern zu kaufen – und bei Angeboten vorsichtig zu sein, die zu gut klingen, um wahr zu sein.
  4. Vernachlässigen Sie die Nachprüfung nicht. Prüfen Sie nach dem Prime Day Ihre Leistungsdaten. Sehen Sie sich Rücksendungen, Bewertungen, Supportanfragen und die Umsatzzuordnung an. Fallen Ihnen Unstimmigkeiten auf, gehen Sie ihnen nach. Möglicherweise stellen Sie fest, dass ohne Ihr Wissen Fälschungen im Umlauf waren.

Und schließlich: Wenn Sie Belege für Betrug oder Markenmissbrauch finden, melden Sie sie. Amazon bietet eine direkte E-Mail-Adresse, reportascam@amazon.com, über die Sie oder Ihre Kunden verdächtige Angebote oder Nachrichten melden können. Sie können auch über die Brand Registry eskalieren und mit Ihrer Rechtsberatung zusammenarbeiten, um bei Bedarf Löschungen zu erwirken und Ihre Markenrechte durchzusetzen.

Fazit

Der Amazon Prime Day bietet enorme Chancen, aber auch enorme Risiken. Da Plattformen komplexer und Fälscher raffinierter werden, ist Markenschutz keine Backoffice-Aufgabe mehr. Er ist eine geschäftskritische Aufgabe an vorderster Front.

Die Marken, die am Prime Day gewinnen, sind nicht nur die mit den besten Rabatten oder Influencer-Kampagnen. Es sind die, die ihre Echtheit schützen, die Integrität ihrer Preise wahren und ihre Kunden vor schädlichen Plagiaten bewahren.

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Geschrieben von

Abby Lin